Weihnachtsmarkt – eine deutsche Tradition

12. November 2018

Ob Weihnachtsmarkt, Adventsmarkt, Christkindlesmarkt, Striezelmarkt oder Weberglockenmarkt – in den unterschiedlichsten Städten und an den verschiedensten Orten werden in Deutschland in der Vorweihnachtszeit Märkte abgehalten. Nicht wegzudenken sind dabei Verkaufsstände, die von Glühwein, gebrannten Mandeln bis hin zu Kunsthandwerk ein breites Sortiment anbieten. Wer zur Adventszeit schon einmal im Ausland war, weiß, dass der für uns Deutsche so alltägliche Weihnachtsmarkt keineswegs überall vorzufinden ist. Wie kommt das?

 

Verkaufsmessen im Spätmittelalter

Die Ursprünge des deutschen Weihnachtsmarkts liegen im 14. Jahrhundert zur Zeit des Spätmittelalters. Typische Ladengeschäfte, wie sie heute unsere Innenstädte zieren, gab es vor rund 700 Jahren noch nicht. Daher wurden in ausgewählten Städten sogenannte Verkaufsmessen abgehalten, damit sich Bürgerinnen und Bürger vor dem nahenden Winter noch mit warmer Kleidung, Fleisch und weiterem winterlichen Bedarf eindecken konnten. Schon damals waren auch Handwerker auf den Verkaufsmessen vertreten, die bspw. Spielzeug oder Korbgeflecht zum Kauf anboten. Auch die heute typischen Esskastanien oder Mandeln konnten schon vor rund 700 Jahren auf den Märkten erworben werden.

 

Der älteste Weihnachtsmarkt der Welt

Bereits im Jahr 1296 erhielten Wiener Händler das Recht, einen Dezembermarkt abzuhalten. Bis heute besteht dieser weiter als der Christkindlesmarkt auf dem Rathausplatz von Wien mit 145 Ständen und gilt somit als der älteste Weihnachtsmarkt der Welt. Weit weniger bekannt, doch fast genauso alt, ist der Bautzner Wenzelsmarkt. Er gilt als „Deutschlands ältester in einer Chronik genannter Weihnachtsmarkt“ und hat seinen Ursprung im Jahr 1384 als Fleischmarkt. Und auch der Dresdner Striezelmarkt findet dieses Jahr schon zum 584. Mal statt. Dieser durfte nach Erlass des Kurfürsten Friedrich II. schon seit 1434 ausdrücklich auch am „Heyligen Christs Abendt“ stattfinden.

 

Exportschlager Weihnachtsmarkt

Seit einigen Jahren erfreut sich der Weihnachtsmarkt nach deutschem und österreichischem Vorbild auch internationaler Beliebtheit. In Bozen beispielsweise wird seit dem Jahr 1990 der erste Christkindlesmarkt Italiens veranstaltet. Auch im angelsächsischen Raum gab es bis in die 1990er Jahre hinein kein Äquivalent zum deutschen Weihnachtsmarkt. Seither werden in größeren Städten in den USA, Kanada und Großbritannien jedoch eben solche veranstaltet, z.B. der „Vancouver Christmas Market“ inklusive Glühwein, Bratwurst, Gulasch, Spätzle, Schnitzel, Kartoffelpuffer und Strudel. Deutsches Kulturgut findet sich auch auf dem Texas Christkindl Market, angeblich der einzige Ort im Südwesten der USA an dem „Käthe Wohlfahrts christmas decoration“ zu erwerben ist. Das Angebot in den USA ist unzählig und reicht vom „Cincideutsch Christkindlmarkt“ in Cincinnati, Ohio, über den dem „Canandaiuga Christkindl Market“ in New York bis hin zum „WeihnachtsMarkt“ in Harmony, Pennsylvania. Auch Disney ist mit im Geschäft und errichtet jedes Jahr den „Germany Pavillion Epcot World Showcase“ in Orlando, Florida.

Der größte Weihnachtsmarkt außerhalb Deutschlands und Österreichs findet alljährlich in der südenglischen Stadt Birmingham statt, der „Frankfurt Christmas Market“. Und auch im asiatischen Raum finden sich Fans der deutschen Gemütlichkeit. Dieses Jahr kopiert der „Yokohama Red Brick Warehouse Christmas Market“ in Japan das Erscheinungsbild des Kölner Weihnachtsmarkts – inklusive Bratwürstchen, Christstollen und „deutschem Nippes“.

 

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